ADU-00016,00 EUR
Paul SteinhausenSelig sind die Toten
für Streichorchester, Orgel, Gesang, Chor
Paul Steinhausen: "Selig sind die Toten", Kantate für Tenor, Chor, Streichorchester und Orgel (1945)

Die Kantate "Selig sind die Toten" entstand wahrscheinlich im Herbst 1945. Das der vorliegenden Druckfassung zugrunde liegende Manuskript ist undatiert. Die Fertigstellung der anderen Fassung der Kantate für Mädchen- bzw. Kinderchor ist datiert auf den November 1945. Zu dieser Zeit leitete Paul Steinhausen in Berchtesgaden einen Jugendchor, was aus einem erhaltenen Programm vom Sommer 45 hervorgeht. Vielleicht hat der Komponist bei der Ausarbeitung der Kantate zunächst an diesen Chor gedacht. Im Manuskript dieser Mädchenchor-Fassung finden sich allerdings etliche Bleistifteintragungen - Ergänzungen wie Verbesserungen -, die vermuten lassen, dass Steinhausen die Mädchenchor- Variante nicht als die endgültige angesehen hat. Das sehr sauber in Tinte ausgefertigte und gebundene Manuskript der Fassung für gemischten Chor enthält nur sehr wenige nachträgliche Änderungen mit Bleistift (Korrekturen einzelner Töne), sowie einen Hinweis zur Ausführung, so dass man annehmen kann, dass die Kantate in dieser Form aufgeführt wurde oder werden sollte.
Sie gliedert sich grob in zwei von einander unabhängige Teile von jeweils etwa 7 Minuten Dauer. Der 1. Teil behandelt vorwiegend Zweifel, aber dann auch wachsende Zuversicht der Lebenden im Angesicht des Todes und der Trauer, wobei Choralbearbeitungen (Chor) und rezitativische Teile (Tenor-Solo) teilweise dramatisch abwechseln. Er schließ mit der Textzeile "Jesus meine Zuversicht". Im 2. Teil behandelt der Komponist den Aspekt des Sterbens bzw. Todes mehr im Hinblick auf die bereits Verstorbenen. Dieser Teil ist weniger kleingliedrig gearbeitet, insgesamt ruhiger angelegt und endet mit dem motettisch komponierten Schlussteil auf den Text "Selig sind die Toten".
Die Komposition ist ganz und gar in der Tradition des ausgehenden 19. Jahrhunderts gearbeitet. Spätromantische Tendenzen und Techniken (Tonartensymbolik, Harmonik, Tempi, Dynamik) finden sich insbesondere in der Orchesterbehandlung - auch die Orgel wird teilweise in diesem Sinn als Ersatz für Blasinstrumente eingesetzt -, während der Chor (auch das durchaus in der Tradition jener Zeit) im einfachen homophonen an Bach orientierten Satz oder motettisch geführt wird (Schluss).
Steinhausens (erhaltenes) Schaffen beschränkt sich im Wesentlichen auf die ersten 20 Jahre des 20. Jahrhunderts. Die Kantate bildet zusammen mit einigen kleinen Chorstücken, die ganz offensichtlich für Laienchöre im Berchtesgadener Raum geschrieben wurden, keinen eigentlichen Neuanfang, was man sicherlich von einem 61-jährigen Komponisten auch nicht erwarten kann. Sie knüpfen nahtlos an die Schaffensperiode vor 1920 an und bleiben in dieser Zeit nach 1945 isoliert. Weitere Kompositionen von Paul Steinhausen gibt es nicht oder sind zumindest nicht erhalten.

Dirigierpartitur 16,- EUR
Aufführungsmaterial auf Anfrage